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Abführmittel werden auch als Laxativa oder Laxantien bezeichnet. Aufgabe der Laxantien ist die Beschleunigung der Stuhlentleerung. Medizinisches Einsatzgebiet der Abführmittel ist vor allem das Vorliegen einer Verstopfung (medizinisch auch als Obstipation bezeichnet). Verstopfung liegt medizinisch gesehen erst dann vor, wenn es 3 Tage oder länger nicht zu einer Stuhlentleerung gekommen ist.
Es ist also NICHT – wie immer noch von vor allem älteren Mitmenschen behauptet wird – nötig, dass man jeden oder mindestens jeden zweiten Tag einen Stuhlgang hat (genauso normal sind allerdings auch bis zu 3 Darmentleerungen pro Tag;). Daneben sind sie zur Darmentleerung vor Operationen, Untersuchungen mit Kontrastmitteln oder Darmspiegelungen, aber auch bei medikamentenbedingter Verstopfung (zum Beispiel bei der Einnahme von Opioiden) notwendig.
Bei Darmverschluss (= Ileus) jedoch sind diese Arzneimittel kontraindiziert, werden also nicht verwendet. Häufig werden Abführmittel auch missbräuchlich im Rahmen verschiedener Essstörungen eingesetzt. Hiervor sei allerdings an dieser Stelle nochmals ausdrücklich gewarnt, da eine solche – vor allem längerfristige – Art und Weise des Einsatzes von Laxantien Schäden im natürlichen Darmklima verursachen kann.
Außerdem ist zu diesem Thema noch anzumerken, dass bei Beschwerden einer Verstopfung diese zunächst einmal mit Ernährungsumstellung, das heißt viel Obst, viele Ballaststoffe und ausreichendes Trinken sowie durch Sport und körperliche Aktivität zu behandeln sind. Hierdurch bessern sich die Beschwerden meist von selbst.
Erst bei Versagen dieser Art von Therapie sollte zu Arzneimitteln wie Laxantien gegriffen werden und dies natürlich durch einen Arzt überwacht werden.
Wirkweise / Wirkung:
Zum genauen Wirkmechanismus des einzelnen Präparats lesen Sie bitte die Arzneimittelbeschreibung unter dem jeweiligen Menüpunkt.
Allgemein kann man die Wirkweise folgendermaßen zusammengefasst erklären: die Abführmittel beschleunigen die Defäkation (= Stuhlentleerung) durch Volumenvergrößerung des Stuhls im Darm (durch Quellstoffe oder durch Auslösung verstärkter Wasserabgabe in den Darm, beziehungsweise, indem Wasser gleich osmotisch im Darm zurückgehalten wird), um dem Darm vorzugaukeln, dass er total voll ist und sich deshalb entleeren muss.
Der zweite Ansatzpunkt ist die Bewegung des Darms, die Darmmotilität: der Darm presst den Speisebrei mit peristaltischen Bewegungen immer weiter – diese werden durch Laxantien verstärkt! Zusätzlich kommt bei manchen Abführmitteln noch eine Gleitverbesserung des Stuhls zum Einsatz.
Ein eigener Mechanismus ist bei opioidbedingter Obstipation gegeben: man verwendet als Abführmittel sogenannte periphere Opioid-Antagonisten, die die verstopfende Wirkung dieser Schmerzmittel mindern.
Obstipation bei Kindern: Kinderarzt in Regensburg.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen / Nebenwirkungen:
Die Laxantien sind nicht leicht zu dosieren, was bei zu hoher Dosierung Durchfälle (=Diarrhoe) auslösen kann; wenn auch durch Studien bewiesen wurde, dass Abführmittel nicht „abhängig“ machen, so kann doch in der „Einbildung“ eine Art psychische Abhängigkeit – gerade nach längerer Einnahme solcher Medikamente – entstehen, sodass der Patient denkt, nicht mehr ohne Arzneimittel aufs Klo gehen zu können.
Daneben sind Nebenwirkungen wie Entgleisungen des Elektrolythaushalts (Vorsicht! Das kann zu Herzrrhythmusstörungen führen!), Muskelschwäche, Blutdruckabfall (Hypotonie) und (vor allem bei Überdosierung) zur Dehydration, das heißt, zur Austrocknung des Körpers, führen.